Petition to Ministerpräsident Dietmar Woidke
Keine neue Hühnermastanlage in Golzow!

Keine neue Hühnermastanlage in Golzow!
Golzow, Germany

(26.09.2019) Der Weg für die neue Hühnermastanlage in Golzow (Märkisch-Oderland) ist frei. Das Landesamt für Umwelt in Potsdam teilte mit, dass es die Genehmigung erteilt habe. Die entsprechenden Unterlagen können ab Donnerstag im Bauamt Golzow eingesehen werden. Zuvor hat die Gemeindevertretung beschlossen, keine Rechtsmittel gegen die Anlage einzulegen.

Die Pläne sehen vor, dass aus ehemaligen Rinderställen am Ortsrand von Golzow eine Mastanlage für mehr als 72.000 Hühner entsteht. Neben dem unermesslichen Leiden der eingeferchten Tiere, wird dies unter anderem zu gesundheitlichen Gefahren durch resistente Keime, Luftverschmutzung durch Feinstaub und Abluft sowie eine übermäßige Belastung des Bodens und des Grundwassers führen.

Bitte unterstützt diese Petition, um den Bau einer weiteren "Hölle auf Erden" für die Tiere zu vermeiden!

26. September 2019

Unterstützer

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Petition an:
Ministerpräsident Dietmar Woidke
Landrat Gernot Schmidt
Bürgermeister Frank Schütz

Wir fordern Sie auf, sich mit unserem Anliegen zu befassen und uns zu helfen, eine bürgerfreundliche Lösung für unseren Konflikt zu erzielen.

Wir wollen keine weiteren Betriebe in Brandenburg die unermessliches Tierleid verursachen!

Wir wollen das Oderbruch langfristig für Pflanzen, Tiere und vor allem für uns, unsere Gäste und die nach uns Kommenden gesund und lebenswert erhalten. Dazu gehört eine ökologisch orientierte Landwirtschaft, keine Tierfabriken!

Nach der Übernahme „unseres“ örtlichen Landwirtschaftsbetriebes durch die ODEGA Group wurde die Gemüseproduktion - das Oderbruch war einmal der Gemüsegarten Berlins - und die Milchproduktion (auch dafür wurden dem Betrieb früher Fördergelder ausgereicht) wegen zu geringer Profite platt gemacht und Dutzende Menschen arbeitslos – vermutlich drohte der Mindestlohn ab 2015 die Gewinne zu schmälern! Nun soll nach dem Willen des Großkonzerns ODEGA Group und seiner Finanziers in der Plukon Group in unserem Golzow eine Mastanlage für ca. 73.000 Masthühner (400.000 Schlachttiere pro Jahr) errichtet und betrieben werden. Viele weitere solcher Anlagen sind im Oderbruch bereits – teils gegen den Widerstand der Volksvertretungen -  genehmigt, weitere in Vorbereitung. Die Arbeitskräftebilanz ist bei der Massentierhaltung verheerend.

Der Schutz der Umwelt und der Gesundheit der BürgerInnen haben in der BRD und auch in unserem Brandenburg Verfassungsrang! Dennoch erreichen uns täglich ernst zu nehmende und besorgniserregende Informationen über den Klimawandel, das Artensterben, die tödlichen Gefahren durch multiresistente Erreger, die Verödung unserer Kulturlandschaft, die Bodenerosion durch Monokultur, das Höfe-Sterben in der Landwirtschaft, den Zusammenbruch der überlebenswichtigen Wirtschaftsstrukturen in der sog. Dritten Welt mit all ihren Folgen für Migration und Flüchlingselend - die Aufzählung könnte beliebig weiter geführt werden.

Wir leben hier in Ostbrandenburg in einer seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägten Region und wissen: Bäuerliche Betriebe tragen einen wesentlichen Teil zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen bei, weil sie in Kreisläufen wirtschaften können, in Generationen denken und handeln. Doch die Politik lässt die Klein- und Mittelbetriebe im Stich. 80% der Agrarsubventionen verteilen sich auf 20% der Betriebe. Über 100.000 Betriebe mussten in Deutschland in den letzten 10 Jahren dichtmachen. Begünstigt werden immer intensiver wirtschaftende Betriebe und außerlandwirtschaftliche Investoren, die sich immer mehr Land unter den Nagel reißen. Die fatalen Folgen sind Höfesterben und Monokulturen, Artenschwund, Megaställe mit ihren Nährstoffüberschüssen und Antibiotika-Resistenzen.

Noch ist es in Brandenburg erst „Fünf VOR Zwölf“! In der niedersächsischen Region um Oldenburg können wir unsere nahe Zukunft sehen, folgt die Brandenburger Landwirtschaftspolitik auch weiterhin dem „Weiter so“! der gegenwärtigen Regierung.

In einem Aufruf der Bewegung gegen die verfehlte Landwirtschaftspolitik im Oldenburger Land heißt es: „Jahrzehntelang ist eine Intensivproduktion an Fleisch und Milch mit immer mehr Masse zu immer niedrigeren Preisen gefördert worden. Möglich ist dies auch durch den Futtermittelimport aus Drittländern, der verheerende Folgen hat: Umweltzerstörung, Armut, Landvertreibung und Migration. Bei uns führt er zu extremen Nährstoffüberschüssen mit negativen Folgen für Luft-, Boden- und Grundwasserqualität: Aus der Region Weser-Ems, hauptsächlich aus den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland, werden jährlich 3 Millionen Tonnen Geflügelmist, Gülle und Gärreste über weite Strecken abtransportiert. Die überbetriebliche Entsorgung führt zu immensen Pachtpreissteigerungen, die für eine Verdrängung kleinerer, weniger intensiv wirtschaftender Betriebe sorgt. Verschärft wurde die Situation noch durch den Biogasboom. Anstatt die Ursachen zu bekämpfen, nämlich die zu hohen Tierzahlen zu reduzieren, werden die Folgen der exportorientierten Überproduktion verlagert - technische Lösungen, Güllelagerbau und Gülletransporte werden als neuer Wirtschafsfaktor erheblich gefördert. Auch der gesellschaftlich geforderte und politisch unterstützte Umbau von Ställen wird nicht genutzt, um die Tierbestände wirksam zu verringern.“ Das „Weiter so!“ ist der falsche Weg!

Sehen wir ab von Sonntags- und Wahlreden, ändert sich aber in der praktischen Politik von Bund und Land Brandenburg bisher wenig bis gar nichts. Nicht nur „Umdenken“ ist notwendig, sondern auch „Umhandeln“!

Die Pläne für eine industrielle Hühnermast direkt am Ortseingangsschild von Golzow und direkt angrenzend an das europäische Schutzgebiet  „Mittlere Oderniederung“ und  das FFH-Gebiet „Oder-Neiße“ bedeuteten für uns ganz konkret gesundheitliche Gefahren durch resistente Keime, Feinstaub und Stickstoffverbindungen (die Filterung der Abluft wurde als zu teuer bereits abgelehnt), Seuchengefahr für Wildvögel, Masttiere und auch für Menschen, Luftverschmutzung, Lärm und Gestank, Belastung des Bodens und des Grundwassers, Wertvernichtung an unserem Eigentum, über 13.000 Tonnen zusätzlicher Lastverkehr durch unsere Dörfer und Schädigung der genannten europäischen Schutzgebiete.

Und das alles für was und wen?  Eigentum verpflichtet, steht in der Verfassung. Das Wohl der Allgemeinheit: der Naturschutz, Schutz der Artenvielfalt, Gesundheitsschutz spielen im Genehmigungsverfahren allerdings bislang keine Rolle:

Die Genehmigungsbehörde vom LfU hat im bisherigen Verfahren deutlich gemacht, dass sie fest auf der Seite der Antragsteller agieren wird:

-        Im „Vorprüfungsverfahren“ wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung für nicht nötig erachtet. Dagegen gab es kein Widerspruchsrecht!

-        Die Warnungen des Fritz-Löffler-Institutes zu den Seuchengefahren bei solchen Geflügelmastanlagen am Rand von Vogelschutzgebieten werden vorsätzlich ignoriert.

-        Studien zu Gefahren durch Bioaerosole besonders aus Hähnchenmastanlagen – wie die des Forschungsverbundes RESET II – ebenso. Erkenntnisse zur Bildung von sekundärem Feinstaub werden einfach nicht zur Kenntnis genommen. Im Genehmigungsbescheid der gleichen Behörde für die baugleiche Anlage im Nachbarort Sachsendorf des gleichen Investors hieß es im vergangenen Jahr sogar : "Die Entstehung hochpathogener Keime in den Ställen aufgrund der Intensivtierhaltung ist wissenschaftlich nicht begründet.....Gefahren für die menschliche Gesundheit gehen … von Ammoniakemissionen aus Tierhaltungsanlagen regelmäßig nicht aus."

-        Obwohl die so genannte „Fairmast“-Methode – ein über 10 Jahre alter Hut aus der PR-Abteilung des niederländischen PLUKON-Konzerns – die ganze Werbekampagne von ODEGA und auch den Antrag durchzieht, werden selbst die wenigen Kriterien dieser „Fairmast“ in den Antragsdaten ignoriert. Das LfU ficht das nicht an: „Wir genehmigen kein besonderes Zuchtverfahren“, wurde uns entgegnet. Allerdings hat das LfU nach eigenen Aussagen bereits ein Referat für diese „völlig neue“ Methode, die sie aber „im Genehmigungsverfahren nicht beachten“, eingerichtet. Dieses Referat lieferte auch promt passende Werte für das Abstandsnomogramm der TA Luft, um – welch ein Zufall – genau die 275m Abstand vom ersten Ventilator der Anlage zum Haus der Familie Sch. im Ort auszuweisen. Falls es dennoch knapp werden könnte merkte der LfU-Vertreter an, dass man die Abstände auch anders, vom „Mittelpunkt der Anlage“ aus, messen könne, dann wäre es mit über 300 Meter weit genug weg. Wohl gemerkt, der LfU-Vertreter! (Nachzulesen im Protokoll der EÖV)

-        Im von uns bestellten  (und bezahlten) Gutachten kommt der Sachverständige für Immissionsschutz bei der Kritik der Aussagen der Behördenvertreter zu der (geringen) Schutzwürdigkeit eines angrenzenden Gebietes zu der Feststellung: „Eine solche Einstufung ist entweder Sinnbild eines bestimmten Motivs oder umfassender Unkenntnis“!

-        Um unsere Rechtsposition zu untermauern und die offensichtlichen Diskrepanzen zwischen den Antragsdaten und der Praxis offen zu legen, haben wir Anträge nach dem UIG gestellt. Sie wurden z. T. mit der kuriosen Begründung abgelehnt, dass der Investor dem nicht zustimme oder aber die Entscheidungen werden seit Monaten verschleppt. Die Fristensetzung im UIG interessieren die Behörde sichtlich nicht.

-        Aber das Verhalten der „Zuständigen“ wird verständlich, liest man die Erklärungen aus dem zuständigen Ministerium: „Wir brauchen Partner aus der Landwirtschaft und der Wirtschaft wie die Plukon-Vertriebs GmbH, die uns – auch mit eigenen Initiativen – bei der Umsetzung (des Tierschutzplanes der Landesregierung – P.T.) helfen. Vor diesem Hintergrund bin ich sehr dankbar, dass das Unternehmen mit „FairMast“ auf eigene Kosten für seinen Standort in Storkow (einer der Schlachthöfe des Global Players – P. T.) ein deutschlandweit vorbildliches Konzept einer tierfreundlichen Hähnchenaufzucht verwirklicht“, brachte auf der Grünen Woche 2019 der brandenburgische Landwirtschaftsminister Vogelsänger seine Haltung auf den Punkt. Die Freude war derart groß, dass er zusätzlich zu der Subventionierung in Höhe von 40% der Gesamtinvestitionen für diese konventionelle Massentierhaltungsanlage, die bereits fest vereinbart und zum Teil geflossen sind, gleich noch 600.000€ für Werbemaßnahmen zur Bearbeitung der potentiellen Kunden dieser Tierfabriken zu zahlen versprach, für Führungen „zum Beispiel für Schulklassen“. Von unserem Steuergeld!

-        In Sachsendorf hatte sich die Gemeindevertretung einstimmig gegen die Errichtung einer solchen Anlage ausgesprochen. Als sie nach Aufforderung der Behörde immer noch dagegen war, hat der Landkreis das „Einvernehmen“ ersetzt! Demokratie light?! Die Vertretung in Golzow hat daraus „gelernt“, mehrheitlich war sie der Offerte des Investors nach gründlicher „Lobbyarbeit“ erlegen – nach offizieller (Bürgermeister-) Information nach der Zusage zum Pflanzen einer Sichtschutzhecke. Sie, liebe Abgeordnete, haben vermutlich keine Vorstellung von der Macht eines solchen Konzerns in einer ländlichen Region.

Stoppen Sie die Subventionen von Agrarwüsten, Tierfabriken, investorengesteuerten Betrieben und Großgrundbesitz!

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete aller Fraktionen:

Wenn unter diesen Bedingungen: direkt am Ort Golzow und in unmittelbarer Nähe zu den Naturschutzgebieten die Errichtung von solchen Massentieranlagen möglich ist – wo dann nicht? Diese Anlage darf nicht genehmigt werden!

Wir sind für Landwirtschaft und Tierhaltung in Golzow, nicht für industrielle Massentierhaltung! Wir brauchen viele bäuerliche Betriebe, die regionale und saisonale Lebensmittel erzeugen und mit lebendigen Böden helfen, das Klima zu schützen und die Kulturlandschaften auch in ihrer Artenvielfalt zu erhalten. Wir fordern Landes-, Bundes- und EU-Agrargelder nur noch für das Klima schonende, umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft!

 

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2 Monaten ago

18 Comments

Martina Knitter-Vanfürt
Martina Knitter-Vanfürt

Weil ich die Mastanlage verhindern möchte.

Roswitha Neumann
Roswitha Neumann

Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?

Annette Beckers
Annette Beckers

Animals are with us here! Not for us

Kathleen Frey
Kathleen Frey

Weil jedes Tier so zu leben hat wie es die Natur vorgesehen hat.

Birgit Riesener- Striebel
Birgit Riesener- Striebel

Stoppt die Ausbeutung und Qual der Tiere… Go vegan

Sabine Wunderli
Sabine Wunderli

Eine Schande, so etwas heutzutage noch immer zuzulassen!

Dorothee Warler
Dorothee Warler

???…Wann endet dieser perverse Wahnsinn endlich…???….PFUI TEUFEL, AN ALLE DIE DARAN VERDIENEN ODER SOWAS ZULASSEN……WHAT GOES AROUND, COMES AROUND….!!!!!!!!!!

Manfred
Manfred

Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Gottes Schöpfung ist zu erhalten, quälen ist der Teufel

Dorothee Warler
Dorothee Warler

STOPPT DIESE ELENDE TIERQUÄLEREI…..!!!!!

yvonna maria gietkowski
yvonna maria gietkowski

good luck!!

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